Kein Forderungsausfall dank „Buy now, pay later“

Wie BNPL-Zahlungslösungen die Liquidität und wichtige
betriebswirtschaftliche Kennzahlen verbessern

In-House-Rechnungskauf birgt hohes Risiko

Bei deutschen Verbraucher:innen gehört der Rechnungskauf zu den beliebtesten Zahlungsarten beim Online-Shopping: So wurden im Jahr 2022 knapp 25 % aller Einkäufe per Rechnung bezahlt. Um Kaufabbrüche zu vermeiden, sollten ihn Online-Shops also unbedingt anbieten. Für Händler:innen aber ist gerade diese Zahlungsart wegen der potenziellen Zahlungsverzüge und Zahlungsausfälle mit dem größten wirtschaftlichen Risiko verbunden – wenn sie als In-House-Lösung angeboten wird.

1. Gefahren für das Betriebskapital

Offene Mahnungen und endgültige Zahlungsausfälle können sich empfindlich auf das Betriebskapital auswirken. Das Betriebskapital ist die Differenz zwischen (1) Umlaufvermögen und (2) kurzfristigen Verbindlichkeiten. Dabei ist (1) das Umlaufvermögen die kurzfristige Liquiditätsreserve zur Begleichung aktueller Verbindlichkeiten (zum Beispiel Forderungen, Wertpapiere oder Schecks). Während man (2) unter kurzfristigen Verbindlichkeiten Rechnungen versteht, die das Unternehmen zeitnah bezahlen muss.

Ist das Umlaufvermögen geringer als die kurzfristigen Verbindlichkeiten, ist das Betriebskapital negativ. Der Volksmund würde sagen: Das eingehende Geld reicht nicht, um alle laufenden Kosten zu decken. Deshalb sollte das Betriebskapital stets positiv sein, also mehr kurzfristige Forderungen als Verbindlichkeiten bestehen.

Warum beschreiben wir das so kompliziert? Weil das Betriebskapital eine wichtige betriebswirtschaftliche Kennzahl ist, aus der sich weitere entscheidende Kennzahlen ableiten lassen …

2. Gefahren für weitere betriebswirtschaftliche Kennzahlen

Ob man eine offene Forderungen zum Umlaufvermögen zählen darf, hängt von der Art der Forderung ab:

  • Uneinbringbare Forderungen werden nicht mehr bezahlt. Sie zählen nicht zum Umlaufvermögen.
  • Einwandfreie Forderungen dürfen dem Umlaufvermögen zugerechnet werden.
  • Zweifelhafte Forderungen sind ein Mischtyp. Sie dürfen teilweise berücksichtigt werden.

Doch uneinbringliche und zweifelhafte Forderungen beeinflussen nicht nur die kurzfristige Zahlungsfähigkeit einer Unternehmens. Sie haben auch Auswirkungen auf buchhalterischer und steuerlicher Ebene, somit auf weitere Kennzahlen wie Vermögensintensität oder Umlaufintensität, auf die Liquiditätsplanung insgesamt und letztlich auch auf die betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) eines Unternehmens.

All diese Termini und Kennzahlen, die uns hier nicht im Detail interessieren müssen, sind umso interessanter für Banken und Investoren, bei denen sich das Unternehmen zum Beispiel Fremdkapital leihen möchte. Auch Anleger und Aktionäre sind an solchen Werten interessiert.

Kurz: ein positives Betriebskapital ist sehr wichtig. In diesem Artikel möchten wir zeigen, wie „Buy now, pay later“-Zahlungslösungen von Drittanbietern helfen können, das Betriebskapital zu verbessern.

Die Vorteile von BNPL-Lösungen für das Betriebskapital

Keine offenen Forderungen mehr

Die Formel lautet: Je weniger uneinbringbare und zweifelhafte Forderungen, desto besser fürs Betriebskapital. Am besten sollten alle Forderungen von Anfang an einwandfrei sein und bleiben, damit sie zum Umlaufvermögen gezählt werden können. Hier helfen BNPL-Zahlungslösungen …

100 % einwandfreie Forderungen bei allen Rechnungskäufen

Sobald BNPL-Zahlungsanbieter die betreffenden Transaktion genehmigt haben, übernehmen sie die komplette Forderung des Online-Shops gegenüber der Kundin oder des Kunden und zahlen den Online-Shop zu einem vorab vereinbarten Zeitpunkt aus – in der Regel mit einer hundertprozentigen Auszahlungsgarantie.

Ob die Rechnung letztlich pünktlich oder nie beglichen wird, ist eine reine Angelegenheit zwischen BNPL-Anbieter und Kund:in. Das gesamte Ausfallrisiko trägt also der Zahlungsanbieter. Der Online-Shop dagegen kann jede einzelne Rechnung als einwandfreie Forderung im Umlaufvermögen bilanzieren – und kann ggf. sogar mit einem auf den Tag genauen Zahlungseingang rechnen.

100 % klare Verbindlichkeiten bei jeder Transaktion

Natürlich erheben Zahlungsanbieter für diesen Service eine Transaktionsgebühr. Diese beläuft sich aktuell auf ca. 2-6 % des Kaufpreises. Doch auch die Höhe und Fälligkeit dieser anfallenden Transaktionskosten wird vorab genau definiert. Die Transaktionskosten fallen dabei unter die kurzfristigen Verbindlichkeiten – sind aber als feste Größe gut zu überblicken – und werden ja nur fällig, wenn ihnen bereits eine einwandfreie Forderung (= ein erfolgter Rechnungskauf) gegenübersteht.

Eine ansonsten saubere Bilanzierung vorausgesetzt, hilft ein BNPL-Zahlungsanbieter also, das aus allen Verkäufen erzielte Umlaufvermögen maximal hoch zu halten und gleichzeitig die aus diesen Verkäufen entstandenen Verbindlichkeiten (= Transaktionsgebühren) überschaubar zu halten.

Bestmögliche betriebswirtschaftliche Kennzahlen dank BNPL

Nun gibt es noch weitere betriebswirtschaftliche Kennzahlen, die für die Bewertung eines Unternehmens durch Dritte (Investoren, Banken …) maßgeblich sein können:

Die Vermögensintensität

gibt Aufschluss darüber, wie das Verhältnis von Anlage- und Umlaufvermögen ist – also das Verhältnis von Vermögensgegenständen, die langfristig im Unternehmen verbleiben (z.B. Produktionsmaschinen) und solchen, die nur kurzfristig verfügbar sind (z.B. zum Verkauf angebotene Ware). Dabei impliziert eine hohe Vermögensintensität eine geringere Liquidität, da mehr Kapital im Anlagevermögen steckt.

Gerade für Händler:innen und Dienstleister:innen ist es (anders als bei Produktionsunternehmen) wichtig, eine niedrigere Vermögensintensität vorzuweisen – also deutlich mehr Umlaufvermögen als Anlagevermögen haben. Auch hier kommen BNPL-Anbieter ins Spiel: Da sie das Umlaufvermögen durch einwandfreie Forderungen erhöhen, sinkt im Verhältnis dazu das Anlagevermögen. Das Ergebnis: eine niedrige Vermögensintensität, was für Banken und Investoren ein Indiz für einen gut geführten Betrieb ist.

Die Umlaufintensität

wird berechnet, indem man das Umlaufvermögen zum Gesamtvermögen ins Verhältnis setzt. Dabei ist ein hoher Anteil des Umlaufvermögens am Gesamtvermögen generell als positiv zu werten, weil viel Vermögen schnell verfügbar ist.

Andererseits kann eine hohe Umlaufintensität ein Indiz für zu hohe Lagerbestände oder zu hohe Forderungen sein. Letzteres ist gerade im E-Commerce realistisch, wenn man bedenkt, dass ein Viertel aller Online-Käufe in Deutschland Rechnungskäufe sind – der Anteil offener Forderungen von Online-Händler:innen durchaus hoch sein kann. Auch hier ist eine Partnerschaft mit einem seriösen BNPL-Anbieter mit hundertprozentiger Auszahlungsgarantie von betriebswirtschaftlichem Wert. So kann glaubhaft gemacht werden, dass alle durch Rechnungskäufe entstandenen offenen Forderungen einwandfrei sind.

Wenn BNPL, dann White-Label

Wie wir sehen konnten, hat es viele betriebswirtschaftliche Vorteile, wenn ein Unternehmen so viele einwandfreie Forderungen wie möglich bilanzieren kann. Wenn jedoch der Rechnungskauf eine selbst entwickelte In-House-Lösung ist, gelingt dies bei Weitem nicht so gut als wenn man eine Partnerschaft mit einem externen BNPL-Anbieter eingeht.

Nun gibt es viele BNPL-Anbieter auf dem Markt – aber nur wenige bieten White-Label-BNPL an. Dabei hat nur White-Label-BNPL spezielle Vorteile, die sich darüber hinaus signifikant positiv auf die Conversion auswirken:

  • Bessere Kundenbindung
  • Höherer durchschnittlicher Bestellwert
  • Besser gefüllte Warenkörbe
  • Höhere Anzahl von Einkäufen pro Kund pro Jahr
  • Weniger Kaufabbrüche

Deshalb sollte man nach Möglichkeit eine White-Label-BNPL-Lösung in seinen Online-Shop integrieren. Mehr zu diesem Thema lesen Sie in unserem Journal-Artikel „Kundenloyalität steigern mit BNPL“.

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