Insights13. Mai 2026

Buy now, pay later in Deutschland: Warum die Deutschen ihren Rechnungskauf so lieben

Der Rechnungskauf ist die Lieblingszahlungsart der Deutschen und ein starker Umsatztreiber im E-Commerce. Erfahren Sie, was ihn erfolgreich macht und warum Händler ihn nicht ignorieren sollten.

Clara Porath

Clara Porath

Content & Communications Manager

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Der Rechnungskauf ist seit Jahrzehnten die bevorzugte Zahlungsart im deutschen E-Commerce. Eine historisch gewachsene Besonderheit, die bis heute einen entscheidenden Einfluss auf Conversion und Kaufentscheidung hat.

Warum greifen so viele Shopper:innen zu diese Buy now, pay later-Option? Woher stammt die anhaltende Kritik? Und was bedeutet all das für Händler, die ihren Checkout erfolgreich skalieren wollen?

Stand: Mai 2026

Buy now, pay later in Deutschland bedeutet vor allem: Rechnungskauf

Obgleich Buy now, pay later (BNPL) in vielerlei Formen existiert, dominiert in Deutschland ein klarer Favorit: der Rechnungskauf.

Die Gründe hierfür sind tief in der deutschen Handelsgeschichte verankert. Bereits 1950 führte das Versandhaus Werner Otto die Zahlung auf Rechnung ein. Ein „Vertrauen gegen Vertrauen“-Prinzip, das bis heute prägt. Als der E-Commerce gut 40 Jahre später boomte, war das Prinzip in den Köpfen der Shopper:innen längst verinnerlicht. Der BNPL-Aufschwung der 2010er Jahre digitalisierte den Rechnungskauf dann endgültig und machte ihn flächendeckend verfügbar.

Kurz: Der Traditionsliebling ist heute beliebter denn je – und für viele Shopper:innen selbstverständlicher Bestandteil eines jeden Checkouts.

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Der Rechnungskauf bleibt BNPL-Dauerbrenner

Aktuelle Studien bestätigen diese Entwicklung deutlich: So sah der Nexi E-Commerce Report Deutschland 2024 den Rechnungskauf mit 33 Prozent auf Platz 2 der beliebtesten Online-Zahlungsmethoden. Und auch laut der EHI Studie Online-Payment 2025 ist der Kauf auf Rechnung die zweitbeliebteste digitale Payment-Lösung. Einzig Platzhirsch PayPal lag knapp davor.

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Nicht zuletzt deswegen lautet im Jahr 2026 und darüber hinaus das wichtigste Credo: Den Rechnungskauf im Checkout anzubieten, ist für Online-Shops ein absolutes Muss. Nicht nur, um Conversion zu sichern, sondern auch, um Kaufabbrüche zu vermeiden.

BNPL in der Kritik und was davon beim Rechnungskauf wirklich relevant ist

Trotz ihres großen Erfolgs stehen BNPL-Anbieter seit einigen Jahren verstärkt in der Kritik. Genannt werden vor allem eine bislang mangelnde Regulierung, die potenzielle Verschuldung junger Verbraucher:innen sowie versteckte Risiken für Konsument:innen. Entsprechend werden BNPL-Produkte nicht selten als potenzielle Schuldenfalle eingeordnet.

Die Kritikpunkte wurden im letzten Jahr sowohl von der SCHUFA als auch der Politik aufgegriffen. In der Folge wurde die EU-Verbraucherkreditrichtlinie (CCD2) überarbeitet, um BNPL-Lösungen stärker in den regulatorischen Fokus zu rücken. Die neue Richtlinie tritt im November dieses Jahres in Deutschland in Kraft.

Zahlungsausfallrisiko als Geschäftsmodell

Ein Großteil der Kritik an BNPL zielt tatsächlich auf Finanzierungsmodelle ab, nicht auf den klassischen Rechnungskauf. Immerhin zahlenBNPL-Anbieter Händlern jeden offenen Betrag vollständig aus – selbst wenn Shopper:innen ihre Rechnung nicht begleichen. In den meisten Fällen ist diese Auszahlung bereits erfolgt, bevor der Zahlungsausfall offiziell festgestellt wird.

Mit potenziellen Zahlungsausfällen leichtfertig umzugehen, wäre daher wirtschaftlich fatal. Und genau deshalb investieren seriöse Anbieter massiv in Risikomanagement und Prävention.

Das A und O: professionelles Risiko-Management

Gerade weil Händler vollständig vom Zahlungsausfallrisiko entlastet werden, arbeiten BNPL-Anbieter kontinuierlich an Technologien und Prozessen, die eine verlässliche Bonitätsprüfung von Shopper:innen sicherstellen. Nur so können sie sich und die Händler so gut wie möglich vor jeglichen Zahlungsausfällen schützen sowie Approval-Raten stabilisieren.

Dafür setzen Anbieter wie Ratepay auf vier zentrale Bausteine:

  • KI-gestützte Risk Engines
  • Shop‑übergreifende Datenbanken
  • Auskunftei-Schnittstellen
  • Echtzeit-Entscheidungsmodelle
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Und die Maßnahmen zeigen Wirkung. Und die Maßnahmen zeigen Wirkung. So liegt die Bad Debt Ratio bei Ratepay in einem sehr niedrigen einstelligen Prozentbereich.

Sicherheit schlägt Flexibilität

Was macht den Rechnungskauf also so attraktiv für Shopper:innen?

Für viele Shopper:innen ist der Rechnungskauf vor allem eines: ein Sicherheitsfaktor im digitalen Einkaufserlebnis. Immerhin verschafft die zeitversetzte Bezahlung ihnen eine stärkere Position gegenüber dem Online‑Shop. Bezahlt wird erst, wenn die Ware geprüft und als gut befunden wurde. Die Motivation dahinter ist selten Liquiditätsmanagement, sondern ein simples Prinzip: „Ich zahle erst, wenn alles stimmt.“

Insbesondere in sensiblen Verticals zeigt sich diese Haltung deutlich: Elektronikprodukte kosten schnell vierstellig – ein Umfeld, in dem kaum jemand bereit ist, in Vorleistung zu gehen. Und auch im Fashion-Bereich ist der Rechnungskauf fest verankert: Wer weiß, dass Retouren wahrscheinlich sind, möchte nicht den gesamten Betrag im Voraus begleichen.

Diese Form der Sicherheit bietet ausschließlich der Rechnungskauf. Und sie wirkt. Laut dem Nexi E-Commerce Report Deutschland schätzen Shopper:innen speziell die einfache Handhabung (65 %) und das hohe Sicherheitsgefühl (63 %).

Kurz gesagt: Nicht etwa der Zahlungsaufschub macht den Rechnungskauf so attraktiv, sondern die Kombination aus Kontrolle, Transparenz und Einfachheit.

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