Insights5. Februar 2026
Die Zukunft des Zahlungsverkehrs: Die Payment-Trends 2026
Dies sind die 7 wichtigsten digitalen Payment Trends, an denen in diesem Jahr kein Online-Händler vorbeikommen wird.

Clara Porath
Content & Communications Manager

Getrieben von technologischen Fortschritten und einem veränderten Konsumverhalten definiert sich der Zahlungsverkehr im europäischen E-Commerce neu. KI entwickelt sich vom Buzzword zum Industriestandard. Der Bedarf nach europäischen Zahlungsmethoden wächst. Und Shopper:innen stellen höhere Erwartungen an Convenience, Transparenz sowie Sicherheit.
In diesem Umfeld sind Payment-Lösungen längst nicht mehr nur Mittel zum Zweck. Sie beeinflussen aktiv Conversion, Kundenzufriedenheit und Wettbewerbsfähigkeit.
Sabrina Flunkert (CEO bei Ratepay) und Carlos Sanchez (CPO bei Ratepay) beleuchten die Payment Trends 2026 und worauf Händler jetzt achten sollten.
Lesetipp: Ratepay’s Höhepunkte: Unser Jahresrückblick 2025

7 digitale Payment Trends 2026, die Händler unbedingt im Blick haben sollten
Hier sind die wichtigsten Payment Trends, an denen in diesem Jahr kein Online-Händler vorbeikommen wird.
Payment Trend 1: KI als Fundament der neuen Payment-Infrastruktur
2025 hat künstliche Intelligenz (KI) für Dynamik im E-Commerce gesorgt. 2026 wird sie zum Fundament für die Payment-Infrastruktur der Zukunft. Dabei verschiebt sich der Fokus: weg vom “AI-Hype”, hin zu rationalisierten und geschäftsrelevanten Use Cases.
Unternehmen beginnen zunehmend zu verstehen, wo KI echte Mehrwerte schafft. Und genau dieser Pragmatismus ist in diesem Jahr ein zentrales Element für die Branche.
„KI wird als Enabler betrachtet, der Prozesse verschlankt, Risiken reduziert und Kundenerlebnisse optimiert. Für welche Use Cases sie dabei sinnvoll ist, hängt stark vom jeweiligen Businessmodell und Vertical ab.“

Sabrina Flunkert
CEO bei Ratepay
Ein Bereich, der sich in diesem Kontext besonders schnell weiterentwickelt, ist die Interaktion zwischen Kund:innen und Zahlungen. „Payments werden 2026 stärker task‑basiert. Konsument:innen scrollen künftig nicht mehr durch Menüs und Bildschirme, sondern bitten Agenten bzw. LLMs, Aufgaben für sie auszuführen“, sagt Carlos.
Auch die Risikosteuerung wird laut ihm smarter. „Zusätzliche Schritte wie OTP werden künftig nur dann abgefragt, wenn eine Situation wirklich riskant aussieht. Das schützt Conversion, reduziert Reibung und hält Betrug besser unter Kontrolle.“
Für Händler bedeutet das: KI wird nicht nur Prozesse automatisieren. Sie wird definieren, wie Payment-Erlebnisse künftig funktionieren. Dementsprechend sollten Händler KI künftig dort einsetzen, wo sie nicht nur dem Selbstzweck dient, sondern echten geschäftlichen Nutzen stiftet, Reibung abbaut und Sicherheit erhöht.
Payment Trend 2: Wenn KI einkaufen geht

KI-Agenten treffen für Shopper:innen Kaufentscheidungen und lösen Zahlungen aus, ohne dass diese die Plattform verlassen. Agentic Commerce ist längst keine Zukunftsvision mehr. Nachdem OpenAI im Herbst erste Schritte unternahm, ist im Januar auch Tech-Gigant Google nachgezogen.
Doch nicht nur Konsument:innen profitieren von den Agenten. Dank ihnen können Händler mehr der richtigen Kund:innen genehmigen, Betrug früher erkennen und Backoffice-Prozesse verschlanken. Ein klarer Effizienzgewinn entlang der gesamten Wertschöpfungskette. In den USA pilotieren Anbieter wie ChatGPT und Etsy bereits entsprechende Modelle. Und auch in Europa wird Agentic Commerce 2026 die Testphase erreichen.
„2026 werden wir deutlich mehr Experimente sehen und erste Käufe durch KI-Tools, die Kund:innen beim Einkaufen unterstützen – sowohl in Apps als auch im Browser.“

Carlos Sanchez
CPO bei Ratepay
Damit einhergehend verschieben sich zentrale Fragen im Zahlungsverkehr:
- Wer initiiert die Zahlung?
- Wer trägt die Verantwortung?
- Wie lassen sich Vertrauen, Kontrolle und Transparenz gewährleisten?
Eine Schlüsselrolle spielen Payment Tokens. Sie ersetzen sensible Kartendaten, dienen als kanalübergreifender Identifikator und speichern Mandate sowie Delegationsrechte. Zudem bilden sie die Basis für Mechanismen, die Reibung aus den Payment-Rails nehmen. So können Agenten sicher im Auftrag der Konsument:innen handeln – ohne dass Händler ihre Datensouveränität verlieren.
Für Händler bedeutet das: Wer auf KI-Shopping-Plattformen setzt, braucht klare Genehmigungsprozesse, hohe Sicherheitsstandards und transparente Zustimmungslogiken. Gleichzeitig ist eine Doppelstrategie entscheidend: Seien Sie dort präsent, wo Kund:innen kaufen, und entwickeln Sie parallel eigene KI-Interfaces. Dafür müssen Websites für KI-Agenten strukturiert werden, mit klaren und maschinenlesbaren Produktinformationen.
Lesetipp: How shopping chatbots might transform retail (auf Englisch)
Payment Trend 3: Mehr Selbstbestimmung für Shopper:innen
Im E-Commerce ist die Checkout-Erfahrung heute ein entscheidender Erfolgsfaktor. Schnelligkeit, Flexibilität und Sicherheit sind längst keine Marketing-Buzzwords mehr, sondern klare Kundenerwartungen.
„Smooth Payment Experiences“ greifen diese Erwartungen auf und integrieren sie direkt in das Zahlungserlebnis. Der Bezahlvorgang wird nicht mehr als eigenständiger Prozess wahrgenommen, sondern ist flexibler, sicherer und selbstverständlicher Bestandteil des Kaufvorgangs. Besonders wichtig: maximale Kontrolle für Konsument:innen und minimale Reibung am Checkout.
Zentraler Treiber dieser Entwicklung sind Wallet-Lösungen. Doch auch flexible Buy Now, Pay Later (BNPL) Lösungen wie Rechnungskauf und Ratenzahlung werden immer wichtiger.
Für Händler bedeutet das: Konsistente und nahtlose Zahlungserlebnisse fungieren 2026 zunehmend als Vertrauenssignal. Shopper:innen kehren bevorzugt zu Shops zurück, bei denen sie sich auf sichere, schnelle und problemlose Zahlungsprozesse verlassen können.

Payment Trend 4: Digital Wallet made in Europe
Apropos Wallets. Mit Wero haben die europäischen Banken einen Gegenentwurf zu PayPal, Mastercard und Visa entwickelt. Der mobil verwendbare Zahlungsdienst gilt als Nachfolger nationaler Lösungen wie etwa Giropay, Paylib und iDEAL.
Nachdem Peer-to-Peer-Zahlungen bereits seit 2024 möglich sind, kam Ende letzten Jahres mit Eventim der erste Online-Shop hinzu. Und die E-Commerce-Integrierung wird 2026 weiter an Fahrt aufnehmen: Im Laufe des Jahres soll Wero bei weiteren großen Händlern wie Decathlon, DPD und Lidl verfügbar sein.
„Die ersten Integrationen zeigen, dass Europa beim Thema digitale Payments eigene Wege geht. Entscheidend wird jedoch nicht die Verfügbarkeit, sondern die Akzeptanz am Checkout sein. Nur wenn Wero für Konsument:innen einen klaren Mehrwert bietet, wird sich das Wallet nachhaltig im Onlinehandel etablieren.“

Sabrina Flunkert
CEO bei Ratepay
Für Händler bedeutet das: Die bloße Verfügbarkeit ist kein ausreichendes Entscheidungskriterium für die Integration. Ausschlaggebend ist ein überzeugendes Zahlungserlebnis, das Shopper:innen einen klaren Mehrwert bietet. Entsprechend sollten Händler vor einer Einführung sorgfältig prüfen, inwiefern Wero die Präferenzen der Kund:innen ergänzt.
Payment Trend 5: Neue EU-Regeln verändern das Bezahlen im Hintergrund
2026 wird nicht nur technologisch, sondern auch regulatorisch zum Schlüsseljahr. PSD3, CCD2 und umfassende Vorgaben zur KI-Governance professionalisieren den Zahlungsverkehr weiter. Mit stärkeren Kontrollen, klarerer Dokumentation und nachvollziehbaren Risikobewertungen.
Dabei soll PSD3 Betrug deutlich erschweren und die Sicherheitsstandards im Zahlungsverkehr harmonisieren. Gleichzeitig stärkt CCD2 künftig den Verbraucherschutz bei digitalen Kredit- und BNPL-Angeboten: Strengere Informationspflichten, stärkere Bonitätsprüfungen und mehr Transparenz fördern verantwortungsvolle Lösungen und beugen Überschuldung vor.
„Die Branchenanforderungen nehmen zu und die Erwartungen steigen. Das wird zu besseren Produkten führen und das Branchenvertrauen stärken. Nicht zuletzt deshalb legen wir großen Wert darauf, in Deutschland lizenziert zu sein. Das gibt unseren Händlern ein hohes Maß an Qualität und Sicherheit.“

Carlos Sanchez
CPO bei Ratepay
Für Händler bedeutet das: Wer frühzeitig in Compliance, einen ausbalancierten Zahlungsmix und verlässliche strategische Partnerschaften investiert, erfüllt die kommenden EU-Vorgaben nicht nur, sondern verwandelt sie in echte Wettbewerbsvorteile.

Info
Künftig mehr Verbraucherschutz
Die zweite EU-Verbraucherkreditrichtlinie (CCD2) weitet den Verbraucherschutz auf bisher nicht erfasste Kreditformen wie BNPL aus. Aktuell befindet sich die Richtlinie im Gesetzgebungsverfahren im Deutschen Bundestag, mit geplanter Anwendung ab dem 20. November 2026.
Payment Trend 6: Convenience entscheidet
„Die Adoption-Kurven für neue Technologien haben sich extrem verkürzt – auch im Zahlungsverkehr. Entscheidend bleibt jedoch immer ein klarer Mehrwert für Nutzer:innen.”

Sabrina Flunkert
CEO bei Ratepay
Fast ein Fünftel der Online-Bestellungen werden heute mittels digitaler Wallets getätigt. Und auch BNPL-Lösungen gewinnen an Bedeutung. Die Botschaft ist klar: Convenience und Sicherheit sind in diesem Jahr Trumpf – und enden nicht mehr beim Checkout. Auch nach dem Kauf erwarten Shopper:innen transparente Prozesse.
Gleichzeitig steigt der Bedarf nach klaren, datengestützten Insights entlang der gesamten Journey. Post‑Purchase‑Daten, KI-gestützte Auswertungen und Tools, die Prozesse automatisieren und Kund:innen gezielt zurückführen, werden zu zentralen Stellhebeln. Dabei sind Geschwindigkeit und Genauigkeit entscheidend.
„Post-Purchase wird zunehmend zum Differenzierungsfaktor: Schnelle Klärung, klare Status-Updates und proaktive Kommunikation entscheiden darüber, ob Kund:innen wiederkommen. Dabei werden Unternehmen mit niedrigen Kontaktquoten und hohem NPS künftig profitieren.“

Carlos Sanchez
CPO bei Ratepay
Für Händler bedeutet das: 2026 entscheidet sich Payment-Exzellenz entlang der gesamten Customer Journey. Wer neben einem reibungslosen Zahlungsmix auch in intelligente Post-Purchase-Lösungen investiert, reduziert Supportaufwände, stärkt Vertrauen und steigert langfristig die Conversion.
Lesetipp: Das Buyer Portal: Neu und nur bei Ratepay
Payment Trend 7: Flexible Kurzzeitkredite
Als Reaktion auf wirtschaftlichen Druck und Budgetbeschränkungen verlangen Kund:innen mehr Kontrolle über die eigenen Zahlungszeitpunkte. Der Fokus verschiebt sich zunehmend auf wirtschaftlich gesunde Modelle. Neben dem Rechnungskauf zeigt sich ein klarer Trend zu Kurzzeitkrediten. Shopper:innen suchen nach Lösungen, die Flexibilität bieten, ohne langfristige Verpflichtungen einzugehen.
„Wir sehen eine deutliche Bewegung hin zu Kurzzeitkrediten wie Zahle in 3 Raten. Gleichzeitig wird die Branche reifer: Risikobasiertes Pricing, präziseres Underwriting und eine klare Segmentierung nach Händler- und Produkttypen werden immer wichtiger.“

Carlos Sanchez
CPO bei Ratepay
Für Händler bedeutet das: Mit drei transparenten, zinsfreien Teilzahlungen bieten Kurzzeitkredite wie Zahle in 3 Raten einen wirksamen Hebel, um Kaufabbrüche zu reduzieren und höhere Warenkörbe zu realisieren. 2026 wird dabei vor allem eine verantwortungsvolle Implementierung erfolgsentscheidend sein. Flexibilität und Verantwortung müssen stets Hand in Hand gehen.
Lesetipp: Zahle in 3 Raten: Die flexible Ratenzahlung für Händler
Mehrwert und Verantwortung als Payment-Leitplanken 2026
Auch wenn die Konsumstimmung in Deutschland noch gedämpft ist, blickt die Branche in ein reiferes und stabileres Jahr.
Händler müssen jedoch nicht jedem Payment-Trend folgen. Entscheidend bleibt auch in diesem Jahr der konkrete Use Case. Klar ist: Ein ausgewogener, nahtloser Zahlungsmix ist 2026 ein zentraler Erfolgsfaktor entlang der gesamten Customer Journey.
„Letztlich sind die Konsument:innen diejenigen, die entscheiden. Das gilt für neue digitale Wallets genauso wie für Agentic Commerce und Zahle in 3 Raten. Erfolgreich sind ausschließlich jene Lösungen, die aus Sicht der Konsument:innen echte, spürbare Probleme lösen."
Sabrina Flunkert

Bereit, die Payment Trends 2026 mit einem erfahrenen Partner anzugehen?
Buchen Sie jetzt eine Demo mit unseren Expert:innen und besprechen Sie Ihre individuellen Bedürfnisse für die kommenden Monate.



